Von CodeCanyon zur eigenen Website und zurück

Nach meinem Blick auf die Zahlen habe ich mir heute noch einmal Zeit genommen, einen dritten Blick auf die Zahlen zu werfen. Dieses Mal die Besucherzahlen, die von CodeCanyon (Envato) und rich-snippets.io hin- und hergehen.

Zur Erinnerung: Ich teile meine Ideen und Gedankengänge, weil ich das Buch „Traffic Secrets“ von Russell Brunson gelesen habe. In seinem Buch beschreibt er, dass man die eigene Product-Journey mit den (baldigen) Käufern teilen sollte. Ich finde die Idee richtig gut, weil sie zeigt, dass ich mit viel Herzblut an dem Plugin arbeite und sehr engagiert bin.

Warum weg von Envato?

Eigentlich wollte ich das nie. Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht: Der Weggang von Envato. Letztlich ist auch noch gar nichts entschieden. Denn ich will erst einmal darüber nachdenken. Und das ist, was jetzt folgt:

Positiv ist für mich, dass Envato mit den eigenen Plattformen (Themeforest, CodeCanyon, etc.) ein riesiger Traffic-Treiber ist. Man stellt ein Plugin (oder ein anderes Produkt) dort ein und hat letztlich sofort Verkäufe, mit denen man ein gutes, (fast) passives Einkommen erzielen kann. Im Falle eines Plugins ist es natürlich alles andere als „passiv“ aber das ist ein ganz anderes Thema.

Worauf ich hinaus will ist, dass, obwohl Envato teilweise bis zu 50% der Gewinne für sich einstreicht, man doch noch gutes Geld verdienen kann, obwohl man kein Marketing betreibt. Das ist ein großer Pluspunkt speziell für Entwickler, die ja oft keinen Bock auf so etwas haben. Ganz im Gegenzug zu mir: Ich hatte ja schon einmal geschrieben, dass ich das alles gerne tue.

Nachteile von Envato

Neben den hohen Gebühren, die ich vielleicht noch verkraften kann, sind es andere Dinge, die mich immer wieder stören:

  • Envato ist recht zäh, was Weiterentwicklungen anbelangt.
  • Käufer können nach Jahren, selbst wenn es das Plugin nicht mehr gibt, eine Rückerstattung beantragen.
  • Es gibt keinen Weg für den Verkäufer, alle Käufer direkt zu erreichen (außer über eine Update-Nachricht des Plugins).
  • Es gibt keine wiederkehrende Zahlungsmöglichkeit. Stattdessen bewirbt Envato ganz prominent mit einem Banner das eigene Envato-Elements-Programm.
  • Affiliate-Zahlungen bekommt man nur, wenn man einen neuen User bewirbt, nicht jedoch, wenn ein existierender Benutzer etwas kauft.
  • Es gibt kein ordentliches Tracking. Man kann zwar Google-Analytics einbauen, aber ich kriege nicht heraus, ob Leute, die über meine Website kommen, letztlich kaufen. Durch einen Trick ist es mir aber dennoch gelungen.
  • Man darf keine eigenen Werbeanzeigen (z.B. bei Google) schalten.
  • Man kann bei Envato intern auch keine Werbeanzeigen schalten (ähnliches macht z.B. Amazon schon seit Jahren).
  • ….

Letztlich ist es aber ihr gutes Recht. Sie können alles machen, was sie wollen. Es ist ihre Plattform. Ich muss daher überlegen, ob ich gewillt bin, diese Nachteile weiter in Kauf zu nehmen.

Was wäre, wenn … ?

Ich habe herausgefunden, dass ich selbst für 59% meiner Sales verantwortlich bin. Ein Weggang von Envato würde mir letztlich 12% Kosten auf diese knapp 60% Verkäufe ersparen. Plus: Ich könnte längerfristig verdienen, indem ich umstelle auf jährliche Zahlweise.

Was ich nicht weiß und was ich mir daher zu beantworten versuche:

Springen genau so viele Leute auf den Zug auf, wenn es sich um eine jährliche Zahlweise handelt? Oder ist das etwas, was die Leute vermeiden wollen?

Antwort:
Viele meiner Kollegen haben das in der Vergangenheit getan. Der Widerstand war solala. Manche finden es gut, andere wiederum nicht. Meines Erachtens gibt es eine 50/50-Chance.


Werde ich mehr oder weniger Sales haben, weil Leute viel lieber von mir als von CodeCanyon kaufen? (Das ist eine gerechtfertigte Frage, wie dieser Blogpost zeigte).

Antwort:
Mein Verdacht ist, dass ich schneller und besser verkaufen könnte, weil a) der Sales-Prozess persönlicher ist und b) ein zusätzlicher Schritt, nämlich der Umweg über CodeCanyon, weg fällt. Stellt man sich vor, dass ein neuer Benutzer CodeCanyon womöglich gar nicht kennt, wird er eventuell nicht kaufen.


Wäre es sinnvoller, gleich auf ein SaaS-Modell zu wechseln?

Antwort:
Ich glaube, es ist abhängig davon, ob man ein gutes Produkt hat. Das ist bei SNIP absolut der Fall. Vorteil für mich wäre, dass technische Probleme dann nicht mehr so häufig auf die WordPress-Installation des Kunden zurückzuführen sind. Das würde mir wohl auch einiges an Support-Arbeit wegnehmen.


Sind es womöglich viele Kunden, die zuerst bei CodeCanyon landen, dann auf meine Website kommen und dann durch meinen Affiliate-Link zurückkommen?

Antwort:
Ich konnte zwar herausfinden, dass im Zeitraum von Januar 2020 bis Februar 2021 nur 7,4% von CodeCanyon kamen. Ich weiß aber nicht, ob diese Leute dann auf meinen Affiliate-Link geklickt haben, um dann zu kaufen. Wie findet man das heraus?

Und nun?

Ich werde das ganze Thema nächsten Montag in der Mastermind diskutieren und mal schauen, was die anderen dazu sagen. Dann kann ich vielleicht etwas objektiver beurteilen, welche Schritte in zukünftig einleiten werde.